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SCHNELLÜBERSICHT |
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LOGBUCH 1ste Woche ; LOGBUCH 2te Woche ; Revierinfos ; Manövertips für enge Häfen ; Buchung |
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Alles fing schon im Herbst 1997 an. "Wie sieht's aus mit Segeln '98, Dirk?"
"Ab Februar bin ich wieder für jede Schandtat bereit, Jörn!", brabbelte ich vor mich hin und war dabei noch mitten zwischen gedankenverloren, enttäuscht und gefangen in dem Streß, der mich eben bis Ende Januar in Deutschland in Atem hielt.
"Sehr gut, dann segelst Du ab dem 07. März", überwältigte mich Jörns Reaktion, dem ich mit meinem Spruch eine prima Vorlage gegeben hatte.
07. März ? Winter ? Ich, segeln ? Aber da kann man ja gar nicht schwimmen, schoß es mir durch denn Kopf. Und womöglich auch gar nicht an Deck schlafen, dachte ich. Schrecklich, aber hatte ich nicht gerade eben noch gesagt ab Februar habe ich wieder Zeit? März war sogar nach Februar! Und Wort war Wort ...
"Aber Jörn, ich habe doch am 8ten Geburtstag!"
"Na, das paßt ja, dann kannst
Du Geburtstag auf dem Wasser feiern. Was gibt es schöneres!"
Das "Schiffeverschieben" an der Cote d' Azur begann für mich im Grunde schon vier Wochen vor dem 07.03. Gleichwohl ich schon so manchen Törn mit vollkommen unerfahrenen Crews überstanden, widrigen Winden und auch so manchen Überböen getrotzt hatte, bereitete ich diesen Törn mit zuvor ungekannter Gründlichkeit vor. Mich schreckte ein wenig das Datum und der zu dieser Zeit verrufenen Mistral, dessen Name sich respektvoll vom provenzalischen Wort Mestre (Meister) ableitet. Von dem schrecklichen "Lundi", der laut Wetterbericht alle sieben Tage kommt, ahnte ich noch nichts. Naja, Französisch kann ich halt nicht so und ich finde "Lundi" hörte sich irgendwie stürmisch an. Vorsätzlich schweres Wetter in Kauf nehmen fand ich jedenfalls eigenartig. Normal geht man bei 8 rein, und ich hatte die Vorstellung, daß es da unten im März andauernd stürmisch wehen würde. Nun denn, vor Top und Takel laufen wollte ich ohnehin schon immer mal, nur halt nicht absichtlich.
Wettertechnisch sollte es mit Ausnahme
der ersten zwei Tage jedoch ganz anders kommen und es war dort unten so
genial, daß ich - wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischen kommt
- im März 99 wieder dort sein werde. T-Shirt und kurze Hose am Tage
und schlafen an Deck in der Nacht ist um diese Jahreszeit eine klasse Sache,
die ich nicht erwartet hätte.
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Entgegen dem Respekt vor der Jahreszeit handelte es sich für mich bei dem Ziel Cote d' Azur im Grunde sogar um ein Traumziel, woraus womöglich gerade der Respekt entstammte. Zuhause war ich zwar - rein seglerisch - in Griechenland, währenddessen mich trotz meiner Liebe zu Griechenland eine melancholische Sehnsucht bei dem Gedanken Cote d' Azure ergriff. Die Bedeutung entstammte der Zeit, in der ich von Le Lavandu aus sehnsüchtigen Blickes auf das Meer und den weißen Segeln hinterher gestarrt hatte. Einer Zeit, in der ich bei Cannes Schiffe beobachtete, die beim schweren Wetter dem geschützten Hafen entgegenstampften. Damals hätte ich einiges dafür gegeben, wenn wir, statt den Urlaub an Land zu verbringen, auf dem Schiff gewesen wären. Wenn ich mich recht erinnere faßte ich genau zu dieser Zeit den Entschluß, nunmehr selbst die notwendige Ausbildung zu machen. Zehn Jahre war das jetzt her ...
Als besondere Vorbereitung hatte ich mir für diesen Törn noch eigene Signalmittel besorgt -jaja die Erfahrungen meines Kollegen aus Griechenland, den ich nicht schleppen durfte waren mir in Erinnerung geblieben: Berufsschiffahrt, Flaute, keinen intakten Motor etc. etc. etc.
Der Gipfel an Neuerungen für diesen Törn war jedoch erst das Yachtlogbuch, das ich mir bestellte. Dunkelblau mit goldener Schrift wurde es mir vom Postboten überreicht. Skurril, hatte ich doch bisher immer angewidert das Gesicht verzogen, wenn mich einer der Gäste fragten, wann ich eigentlich das Logbuch führen würde. Und jetzt eines mit Gold. Jetzt ehrlich, was soll ich bei perfekten 5 Windstärken, knallender Mittelmeersonne und Wassertemperaturen im Badewannenbereich mit nem Logbuch!? Nun gut, ich hatte es, ich würde es mitnehmen! Ob ich es auch ausfüllen würde wurde immer ungewisser. Die Fülle an Eintragsmöglichkeiten ließ erwarten, daß ich mich in dem Falle nur unter Deck aufhalten würde. Das formelle Goldblaulogbuch sollte daher nur Vorlage sein, und ich wollte alles in ein neutrales Buch eintragen.
Im Sonderangebot fand ich "Pit Pinguin".
War so eine Art Kalender und billig. Dieser Kalender und das Buch "Ein
unmöglicher Törn" von Siegfried Erdmann, das ich als Lesefutter
für die Crew dabei hatte, sollten den ersten Törn bestimmen.
Die meisten Eintragungen sind die meiner Crew,
die restlichen (meine) sind mit 4h
gekennzeichnet. Aber jetzt zum Logbuch, will sagen zu "Pit Pinguin":
Wie wir zwei Tage festhingen. Der Prinz auf der Latte. Ein Skipper ist gerührt. Dir Crew zelebriert den Abwaschblues.
----------------- AUFZEICHNUNGEN (LOGBUCH) -------------
1te Eintragung:
Ein unmöglicher Törn von Dirkfried Henkmann - Henner
LOGBUCH
Segeltörn 6.3. - 14.3.98 Mittelmeer
Komisch, unmöglichen Törns im Sinne von Erdmann hatte ich doch schon überstanden. Dachte ich immer. Kann ja noch heiter werden, wenn das DER unmöglich Törn für mich werden soll -4h
5. März
Abfahrt Dortmund 20.00 Uhr ; Schneetreiben hinter Koblenz. Fängt ja gut an! -4h
6. März
16.40 Uhr 1000 Mb 15.00 Abfahrt Hamburg Feldbrunnenstr. (auch Schneetreiben) -Sigrid
7.März
Port Grimaud abgelegt 16.00 Uhr Fock manöver zum eingewöhnen -4h
St. Maxime 20.00 Uhr -4h
-> Pizzeria -Sigrid
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8.März
11.00 Uhr 1012 Mb. Wind zwischen 20 und 37 Knoten schon im Hafen. Heftige Böen der Nacht setzen sich fort. -4h
(dafür alle frisch geduscht) -Sigrid
Wetterlage 18 C , sonnig
7-8 Beauf. in Böen 9 -Sigrid
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Die "Nimitz" schiebt mit ihrem hohen Rig im Hafen Lage! Bild bevor sie in der Nacht nach Backbord verholt wurde.
wohl eher Prinz auf der Latte -4h
14.30 Uhr Thomas: " Das ist ja wie Monopoly hier" (nach zwei Stunden Geldschieben) -Sigrid
Pit: "Haltet Euch schön an den Händchen ... damit ihr nicht wegfliegt." -4h
Gegenan war selbst zu Fuß recht schwer -4h
17.45 Uhr 1010 Mb
pünktlich zum Kaffee flaut der Wind ab (Windstärke 3-4, in Böen 2) -Pit
jaja, Wunschträume einer Crew die festsitzt. -4h
19.00 Uhr Vergleich der Taschenmesser + Alter der Crew. ---> Handy klingelt schon das 10. mal für den Skipper. (Wir fragen uns was der wohl für einen Job hat ...) -Sigrid
(jedenfalls nicht Informatik, BWL und Medizin) -Pit
22.00 Uhr Abendessen ---> sehr gelungen ... nur Michael frißt Salz. -Sigrid
Skipper läuft Amok. Crew hat zu leiden unter einer Überdosis Erdbeertorte und Champagner sowie den Nachwirkungen einer "Cote d' Azur Surprise" (Wasserpistole)
Cote d' Azur Surprise ---> Skipper hat Geburtstag -???
Michael hat mehrere "Orgasmusse" wegen Wind, sowie Gischt im Gesicht -Sigrid
Konnte auch nach mehreren Aufforderungen nicht dazu bewegt werden, den Bugbereich zu verlassen. -Henner
Da ist er ohnehin viel besser aufgehoben .-. kommt aber kurz zum Bier holen -4h
Dirk ist glücklich, denn er hat Geburtstag + Erbeertorte + Flieger + Segelschiff ==> TOLL ! -Sigrid
"Teile der Besatzung" geben dem Begriff "BREITENSPORT" eine völlig neue Dimension! - Henner ??
"BREITENSPORT?" ich stehe
voll hinter meiner Crew! -4h
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23.00 Uhr Babsi spült auf !!! |
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23.05 Uhr Unglaubliche Dinge spielen sich an Bord der "Nimitz" ab. Pit, Babs und Sigrid zelebrieren den Abwasch-Blues. Es bewahrheitet sich immer wieder: Die besten Feten finden in der Küche statt. -Thomas
Der Abwasch-Blues ist getanzt - Die Crew ist befriedigt.
9.März
10.00 Uhr Lebensmittel an Bord genommen -Marc ?
(die 200 unterschlagenen Joghurts)
-> Pit - ziemlich skeptisch - hat Orangenjoghurt mit Heidelbeeren-Deckel. Dazu Thomas: "Auf dem Törn stimmt überhaupt nix" -4h
Pläne für´s Segeln.
1 spielt Gischt mit der Pütz. ; 1 winscht mit Einsatz ; 1 Rudergänger ; Rest: spielen Seegang
= Segeln im Hafen. -Sigrid
23.00 Uhr Wir sitzen schweigend bei romantischer Musik und Wein, keiner sagt etwas ... plötzlich einer: "Hat mal einer ne Handcreme"
Über Navtext hören
wir das die Franzosen in der Nähe Manöver durchführen. Der
Skipper phantasiert:
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10. März
11.00 Uhr Wie jeden Tag laufen auch heute Crew und Boot um 6.00 Uhr aus dem Hafen aus ... .-. Wetter: sonnig, 18 C ; keine Wolke.
Was heute nicht stimmt: kein Wasser an Bord - > das wird wohl nichts mit Segeln, aber es hat eh keiner mehr Lust .... -Sigrid
St. Maxime --> Cavalaire Nach einer aufregenden Nacht (Wind drehte in exakt die andere Richtung, laufen wir um 12.00 Uhr mit frisch gebunkertem Wasser und nagelneuer Crewflagge aus. .-. ab jetzt müssen die Manöver sitzen, wir gelten nicht mehr als Engländer. Bei 2-3 Beaufort, jedoch supergrober See (wohl noch von gestern) laufen wir aus. Endlich nach zwei Tagen Zwangsaufenthalt. Die "Nimitz" stürzt sich gleich zu Anfang die Wellen hinab. Beim Ausbringen der Lifeline bleibt an mir keine Faser trocken. Dusche pur! Freier Fall ist toll. Schon bald sind alle (fast;) Gesichter von vornehmer Blässe ... Für den ersten Tag auf See eine ausgesprochene Sauwelle. Gegen 17.00 Uhr laufen wir glücklich in Cavalaire ein. Die geschlossene Crew besichtigt den Ort. Momentan wird wild gekocht ... einer herrlicher Ausblick ... Karten werden nämlich auch geschrieben. -4h
Am Tage eher ruhige Matrosen entwickeln zum Abend hin ungeahnte Lebensenergien und versprühen Unmengen von "guter Stimmung". Der Charme der Leute ist wohl mit über Bord gegangen. -Henner
22.30 Uhr Barbara hat sich eine winzige Gräte im Rachenraum eingefangen. Eigene Versuche, sie zu entfernen schlagen fehl. Besuch beim Arzt scheint nicht vermeidbar. 22.35 Einschaltung Zoll. 22.40 Feuerwehr rückt an -> Barbara zum Notarzt. Kann Gräte auch nicht rausholen -> morgen zum Krankenhaus nach St. Tropez. Allerdings nahm der Zoll auch gleich die Gelegenheit am Schopfe und filzte unsere Rennziege --> es fehlen Papiere -???
Kleinigkeit! wir können wieder los!!! Das muß nen Skipper alles können! -4h
11. März 10.00 Uhr 1015 Mb (fallend)
Frühstück: Wassertank knallt!
Pit: "Was war das?"
Skipper: "Nichts weiter, wir sinken ..."
Pit: "Das wäre doch mal eine willkommene Abwechslung!"
13.30 Der Regen hat aufgehört. Wir legen ab. incl. Babs und die wiederum incl. Gräte. Krankenhaus hat auch nix gebracht. Kurs "Ile de Port Cros" Vollzeug hart am Wind. "Nimitz" läuft selbst beim extremen Kneifen über 6 Knoten. 4 Beaufort machen den Schlag urgemütlich. Jedenfalls für mich. Nur auf die Kekse muß ich aufpassen! -4h

17.00 Uhr Angefunkt
vom französischem Militär, deren Übungen wir beobachten
konnten. Frage nach dem Schiff auf unserer Position. Wir erkennen, sie
meinen uns! Nach unserer Antwort mit der Angabe unseres Schiffsnamens und
nochmaliger Anfrage nach wenigen Minuten und erneuter Nennung, sind wir
plötzlich nicht mehr gemeint. Komisch! -4h
18.00 Uhr Die "Nimitz" liegt in einer tollen Bucht fest (Südseeambiente). Dingi wird aufgeblasen + Außenborder geht natürlich nicht. Zum Glück haben wir Maschinenkundige an Bord -Sigrid
Temperatur: leider ziemlich niedrig. Sonstige Wetterlage: Wolkig trocken. -Sigrid
Crew geht schwimmen, hart im nehmen! -4h
12. März
Der Tag beginnt mit dem Abwaschblues. Pit : "Hat nicht jemand noch etwas zum abwaschen?" ... "Vielleicht?"
Der Hafen von Port-Cros ist DER Hit ...
Mit seinem "Fort" und den Palmen wirkt er wie gerade frisch einer Novelle entsprungen. Klasse sind auch die Mooring-Bojen an denen wir festgemacht haben. Bei unserem Tiefgang von 2,40 Metern hatte ich nach dem "Hafenhandbuch" mit Problemen gerechnet. Die Bojen lagen jedoch anders ... Die ersten gehen schwimmen ... "Graus." -4h
11.00 Uhr Unter Einsatz des eigenen Lebens werden diverse Schätze aus dem Hafenbecken von Port Cros geborgen. 11.30 Uhr Die gesamte Mannschaft erstürmt die Insel und scheitert beim Versuch, ihre Flagge auf der Zitadelle zu hissen. Es konnten nur die äußeren Verteidigungsringe eingenommen werden. Nach anstrengender Belagerung erholt sich die Mannschaft an der Plage de la Palud. Die Eingeborenen zahlen ihren Tribut in Form von Fischsuppe, Kaffee und Bier. 15.30 Die Crew der "Nimitz" versammelt sich an Deck und ist bereit zu neuen Schandtaten. Es wird beschlossen, den Einwohnern von Cavalaire einen weiteren Besuch abzustatten. -Henner
Unter vollen Segeln laufen wir frech unter den Augen der Marine unserem neuen Ziel entgegen. Die Notwendigkeit frischen Geflügels zwingt uns jedoch zuletzt zum Einsatz des Motors. Aufgrund der gigantischen Ausmaße der "Nimitz" legen wir wieder am Kai des Kapitäns an. Eine bereits eingeteilte Plündermannschaft stürmt sofort den örtlichen Hühnerhof und kehrt mit reicher Beute heim. -Niko
Das Anlanden unseren Kommandos wurde jedoch erst durch das glänzende Anlegemanöver Sigrids ermöglicht. -Niko
Die Crew beginnt nun laut über eine Neuwahl des Skippers nachzudenken. Die Gefahr erkennend beweist der Skipper seine Fähigkeiten und verdient sich den hochachtungsvollen Titel des "Skippers, der schneller trinkt als sein Schatten". -Henner
Man muß aber zu seiner Verteidigung sagen, daß er nicht auch noch frißt wie eine siebenköpfige Raupe .... -Sigrid
Spaß beiseite, der Duschmarkenservice am Freitag morgen (vom Skipper ausgeführt) ist der wahre Hit. Allerdings mißbraucht die Crew die Gelegenheit dazu, die Duschordnung durcheinanderzubringen ... es wurden Männer in der Frauendusche gezählt. Das kann ja wohl nicht daran liegen, daß dort im Vergleich zur Männerdusche ein Spiegel hängt, oder sollten unsere Männer so eitel sein? -Sigrid.
Letzter Eintrag:
Für mich ein außergewöhnlich schwerer Abschied von einer außergewöhnlichen Crew.
PS: Auch zwei Tage nach dem Törn murmel ich noch unseren Schlachtruf "Prepare la vache" vor mich hin, den wir zur Erstürmung des Forts gebrauchten, und grinse dabei blöde. Bin jedoch beständig auf der Hut, daß ich mich dabei nicht mitten in einer Menschenmenge befinde.
ENDE LOGBUCH
--- Nacht erster auf zweiten Tag: Streß selbst im Hafen! Wind aus anderer Richtung! Michael und ich kämpfen mit Hilfe der Maschine und unter vollem Einsatz gegen die drohende Kaimauer. Mooring gibt kaum halt, weil zu kurz und daher fast unter unserem Dampfer. Man lernt immer dazu. Überlege, uns unter Motor an die Tankstelle zu verholen, was nicht einfach würde. Finde Möglichkeit, nunmehr Halt an dem Schiff an unserer Backbordseite zu finden, das ein gutes Stückweit entfernt lag. Wir lehnen uns sanft an. Mooring unter uns wird zuvor bis zum geht nicht mehr durchgesetzt, Michael und ich könnten alternativ auch Berge versetzen, aber dazu ist jetzt keine Zeit. Der Kerl erweist sich als richtiger Seemann!!! Gischt im Hafen, wer hätte das geglaubt? Fieren nach Backbord schafft mehr Druck auf die Mooring, bei dem Wind von steuerbord. Es streckt uns dann am Bug und nach Luv, wir können wieder schlafen- meine Füße sind eingefroren; als sie anfangen, wieder zu leben merke ich, daß ich mir den Zeh gestaucht habe. Halt Schiff vor Mann, manchmal muß das sein ...
--- zweiter Tag: Alle (fast) wollten bei Böen bis 9 Beaufort raus. Schwere Situation für mich am zweiten Tag! Mein Chef trifft die Entscheidung: "Ihr bleibt drin!" Ich kenne die Crew noch nicht genug. Mit der zweiten Crew waren wir bei 7-8 draußen, aber da kannte ich sie immerhin schon und hatte überdies noch mehr Wind vermutet. Ich wäre am liebsten auch mit der ersten Crew raus. Bei 4 und Welle am nächsten Tag jedoch war den meisten derart schlecht, daß sie zum Großteil seglerisch ausfielen. Die Entscheidung, drin zu bleiben und statt dessen einen Ausflug nach Grass zu machen (der allen gefallen hat) war die richtige. Die "Nimitz" (FIRST 456) fordert IMHO mit kleinen Tücken ihre Crew. z.B. Backstagen.
--- Am letzten Tag: "Der Hafen in Port Grimaud ist super eng, da wo wir rein müssen, ist er ausgelegt für 30-Fuß Schiffe! wir haben 46 Fuß und mit der First kein Touri- sondern nen Regattaschiff, und mein Chef schaut zu, na klasse!"
Henner sanft: "Wir sind doch alle bei Dir!"
Ich stolper prompt über ne Mooring die hier alles andere als senkrecht ins Wasser gehen. Scheiss Hafen!
--------------------MANÖVER SPEZIAL!
Was ich bei dem Manöver nicht beherzigte und wozu der Hafen allerdings auch nichts konnte:
Lektion 1: Der Schraubeneffekt
Zunächst sollte man wissen, ob das Schiff mit einer rechts- oder linksdrehenden Schraube ausgestattet ist. Läuft der Propeller rechtsherum, dreht das Schiff am leichtesten über Steuerbord. Läuft der Propeller linksherum, dreht das Schiff am leichtesten über Backbord.
das wußte ich soweit auch und hatte die Nimitz auch entsprechend angestellt, so daß ich bei der Rückwärts links drehenden Schraube (also rechtsdrehendem Antrieb) mit dem Heck nach Backbord herum mußte. Soweit so gut, nur habe ich den Schraubeneffekt nicht instrumentalisiert. Auf den langen Strecken beim Römisch-Katholischen anlegen (Griechenland) wirkt es sich auch schon ohne starken Schub aus, in engen Häfen muß er hingegen beherzt eingesetzt werden.
Lektion 2: Einleitung einer Drehung
Wenn noch Fahrt im Schiff ist, sollte man das Aufstoppen am besten gleich nutzen, um eine notwendige Drehung einzuleiten. Dazu sollte man einen beherzten, aber kontrollierten Schub achteraus geben und dabei durchaus dem Motor auch etwas beherzter (hoch) drehen.
Genau das hätte mein Manöver gerettet und führte auch bei meinem Versuch in der zweiten Woche zum Erfolg! Es ist mir zuwider, nen Motor im Manöver hoch zu drehen, weil es im Ohr einfach schmerzt, aber im Seebetrieb wird der Motor schließlich auch hoch gedreht. Nur warm muß er natürlich sein!
Lektion 3: "Drehen auf dem Teller"
Kurz bevor das Schiff dann achteraus gehen will, legt man - wenn man auf der Stelle weiter drehen will - dann den Vorwärtsgang ein und gibt bei nach Steuerbord gelegtem Ruder einen Gasstoß voraus. Ohne die Ruderlage zu verändern, dreht man mit stetem Wechsel zwischen Voraus- und Rückwärts-Pulls das Schiff über Steuerbord auf engstem Raum. Dabei sollte man allerdings jeweils kein Fahrt aufnehmen bis man die Schiff so angestellt hat, daß man in die anvisierte Lücke gelangt! ___DIE GÄNGE ALLERDINGS NICHT DURCHZIEHEN. IMMER KURZ IM LEERLAUF VERHARREN, SONST GIBT ES GETRIEBESALAT!!!___ Jeder Schub voraus strömt das hartgelegte Ruder an und schiebt das Schiff nach Steuerbord. Die Achteraus-Schübe verhindern, daß es Fahrt aufnimmt. Gleichzeitig wirkt der Propeller achteraus und damit ohne Anströmung an das Ruder wie ein Rad, das über Grund läuft. Bei einem rechtsdrehenden Propeller wird das Heck im Rückwärtsgang also nach Backbord gedrückt. Durch dieses Vorgehen läßt sich - solange man den Wind mit einkalkuliert - eine Drehung der Jacht ohne jegliche Fahrt und damit auf der Stelle durchführen.
Bei Wind sollte noch der "Wetterhahneffekt" mit einbezogen werden, der dann -je nach Manöver- etwas fahrt im Schiff verlangt! Ein Schiff das keine Fahrt macht wird während der Drehung nicht nur mit dem Wind driften, sondern auch mit dem Bug auswandern, weil dieser stärker dem Winddruck ausgesetzt ist. Wind von Backbord unterstützt, Wind von Steuerbord behindert somit die Drehung nach Steuerbord. Bei Regattaboten wie der "Nimitz" erlebte ich diesen Effekt besonders extrem, (wohl) weil ein Kiel mit einem extrem kompakten Ballastkiel (sozusagen Ballast am Stiel!) seinerseits keinen "halt" gibt.
zweite Woche!
Mit dieser Crew würde
ich es nicht einfach haben. Die Kommandos "Hoch die Lappen" sowie "Reiß
ihn ab, den Vogel" sind ihnen gänzlich unbekannt, obwohl einige gerade
den BR-Schein gemacht haben. Nun gut, das Elementare wird beim BR eben
nicht gelehrt. Knisterfische kennen sie schließlich auch nicht ...
halten auch das Mittel gegen die Bakterien im Diesel für Seemansgarn.
Vergleichen mich zu allem Unglück immer wieder mit Käpt'n Blaubär.
Ssssowas!
Nimitz London
Heimathafen: London Bootstyp:
456 Nr. 19 Bauwerft: Beneteau
Sonntag 29.03.98 Fahrtag 1 ; Reise von Cogolin nach Cavalaire Wetterbericht von anderer deutschen Yacht (Feeling) Ost 3-4
Metereologisches Tagebuch:
12.00 Uhr O 1-2 Beaufort ; 14.00 Uhr O 3 Beaufort ; 16.00 Uhr NO 3 Beaufort ;18.00 Uhr O 2 Beaufort ; 19.00 Uhr N 4 Beaufort
Ereignisse:
10.00 - 11.15 Uhr Sicherheitseinweisung. Lifebelts, Rettungsmittel, Rettungsinsel, Lenzmittel, Lifeline gespannt, Seeventile gezeigt und erklärt. 11.20 - 12.15 Uhr Anleger durchgesprochen. Moorings etc.
43 08 85 N - 06 37 07
Winschkurbel geht über Bord. Wir haben noch fünf Tage und nur
noch drei weitere Kurbeln. Kann so nicht weitergehen -4h
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Segel und Motor:
13.45 Uhr Motor an ; 14.10 Uhr Groß und Fock gesetzt ; Motor aus
Erfahrungen:
Klasse Mannschaft, Manöver
sitzen.
Montag 39.03.98 Fahrtag 2 ; Reise von Cavalaire nach Port Cros.
Wetterbericht von: Capitanerie ; Ost-Südost 3-5 in Böen 6
Metereologisches Tagebuch:
08.00 Uhr O 5 ; 10.00
Uhr O 4 ; 12.00 Uhr O-SO 4-5 ; 14.00 Uhr O-SO 5
Ereignisse:
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Segel und Motor:
11.30 Uhr Motor an ; 11.40 Uhr Groß und Fock ; Motor aus 12.20 Uhr Fock geborgen. Unser Kurs reicht nicht mehr für den Schmetterling ; 14.45 Uhr Groß geborgen ; 15.10 Uhr Mit zwei Leinen an der MooringBojen festgemacht ; Motor aus.
Erfahrungen:
Eintrag der Crew: "Seekrankheit ist keine Schande, sondern eine Plage." (Zitat aus: "Ein unmöglicher Törn")
Mit sehr sicherer Crew
hart am Wind Unterwasserbord geschoben. Sportler wollten gar nicht mehr
aufhören. Afrika ist zum greifen nah. Bei diesem Törn liegt die
Betonung auf Sport.
Dienstag 31.03.98 Fahrtag 3 ; Reise von Port Cros nach Porqueroles
Wetterbericht von Aushang Gaststätte auf Port Cros: Nord 4-5. Morgen Süd-Südwest auffrischend westdrehend.
Metereologisches Tagebuch:
10.00 Uhr Bucht 2 Beaufort ; 12.00 Uhr O 5-6 Beaufort ; 15.00 Uhr O-NO 2 Beaufort ; 16.00 Uhr 1 Beaufort ; 17.00 Uhr 1 Beaufort
Ereignisse:
11.30 Uhr Segelyacht vor uns .-. laufen auch unter Vollzeug. Mannschaft entartet zum Regattateam! 11.45 Uhr Wende um Höhe zu gewinnen. 43 04 35 N - 06 24 34 E Für den Fall, daß wir sie kriegen verspreche ich Sekt auf Kosten des Skippers !!! 12.10 Uhr Nach langer Zeit gehe ich mal wieder ans Ruder, das ich normal höchstens mal in den Häfen anrühre. Wir kommen langsam und an Bord der Feeling kommt Hektik auf.
12.20 Uhr Feeling deklassiert ; in ihrer Verzweiflung hatten sie sogar kurzzeitig den Diesel hinzugenommen. Wir sind auf ihrer Höhe. Ich bedanke mich kurz für den Wetterbericht vom ersten Tag. Sodann wenden wir. Die Wende war Zucker, ein Wahnsinn. -4h
Eintrag Crew: Große Genugtuung für den Skipper! Verspricht 2 Flaschen Sekt!
Segel und Motor:
11.15 Uhr Motor an. ; 11.30 Uhr Groß, Fock ; Motor aus ; 14.45 Uhr Schmetterling mit ausgebaumter Fock. Sieht hübsch aus! ; 16.00 Uhr Groß und Fock geborgen. Motor ein. ; 17.00 Uhr Motor aus
Vortrefflicher Anleger von Carsten gefahren. Womöglich bleiben wir hier am Gaststeg. "Silver-Bird" geht schauen, ob wir nicht zentraler liegen können. Ich habe bei unseren 2,40 Meter Tiefgang Bedenken wegen der Wassertiefe und die Crew will auch hier liegen bleiben. Wassertiefe tatsächlich bedenklich. "Silver Bird" geht auch längsseits an den Steg.
Erfahrungen:
Freudscher Versprecher: "Wenn ihr aus Versehen mal mitdenkt" -4h
Sollte heißen: Wenn ihr zufällig mal dran denken solltet. -4h
Mit Sekt war natürlich nix, alle Läden zu! Mannschaft durstet bis zum nächsten Hafen! (Skipper und ihre Versprechen) -??? wer war das?!!
Abendessen. 1 Glas Pepperoni
zum Chilli schafft die "heißeste" Crew! Morgen geht's früh hoch!
Gute Nacht ....! Na denn: ohne "Mad" ins Bett! -???
Mittwoch 01.04.98 Fahrtag 4 ; Reise von Porqueroles nach Antibes
Wetterbericht von: Aushang Südost 2-3 Nachmittag 3-4 Südwest
Metereologisches Tagebuch:
12.00 Uhr O 1-2 Beaufort ; 14.00 Uhr O 1 Beaufort ; 16.00 Uhr 0 Beaufort ; 18.00 Uhr 0 Beaufort
Ereignisse:
Deklassierung der 2. Feeling schon vorprogrammiert! - ???
09.30 Uhr Kurz nach der Hafeneinfahrt. Wo ist Jana??! Fahnenflucht? Kidnapping oder ein heißer Gigolo!!? Skipper bleibt ruhig, wendet das Schiff und freut sich: evtl. ein Esser weniger an Bord (er muß kochen) Lösung: Erster April! - Sönke
... gleichwohl ich bei dem Gedanken, das erste Mal einen vom meiner Crew einfach vergessen zu haben nen Spaß für zehn habe (ich lache schallend), bin ich doch froh, daß die verlorene Tochter wieder da ist. Konnte im Grunde auch nicht anders sein, immerhin hatte ich Jana zum Schiff wanken sehen -4h
Die bisher immer trockene Bilge hat etwas Wasser. Kann an unserem Putzmanöver liegen. -4h
15.58 Regen !!!
16.30 Positionsleuchten und Dampferlicht ein. Sicht bescheiden, Crew nörgelt, will nicht nach Afrika! Ich halte unseren Kurs dennoch für den richtigen.
Segel und Motor:
09.40 Uhr Motor an ; 21.30 Uhr Motor aus
Erfahrungen:
11.15 Uhr Skipper pennt über wichtigen Karten ein. -Carmen
11.30 Uhr: Gepennt? Ich habe nur kurz meditiert, poeh! -4h
14.45 Uhr Schon das zweite Crew-Wesen klammert sich fasziniert oben am Mast fest. Selbst Essen holt sie nicht so schnell runter. Vielleicht sollte man es mit Sekt versuchen. -Carmen
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Welch ein high light !!! -???
21.00 Uhr Es scheint, als ob wir unser Dinner von Baire des Auges zurück nach Antibes fahren! -??
21.50 Uhr Sekt in Strömen
(immerhin drei Flaschen). Von wegen Skipper halten nicht ihre Versprechen!
-4h
Donnerstag 02.04.98 Fahrtag 5 ; Reise von Antibes nach Frejus
Wetterbericht von: Aushang: Süd-Südwest 3-4. nachmittag 5-6, evtl. 7 gegen Nachmittag. (anderer Wetterbericht spricht von mehr. Ich gehe davon aus, daß dieser der rechte ist)
Metereologisches Tagebuch:
14.00 Uhr Süd 5-6 ; 16.00 Uhr Süd 7-8 ; 18.00 Uhr Süd - Südwest 5-6
Ereignisse:
Superschönes Wetter am Morgen => Frühstück auf Deck !!! -Carmen
Guter Wind, hohe Wellen.
Wir segeln 8 Stunden da wir kreuzen müssen. Highlight: viele gelungene
Wendemanöver im wunderschönen Sonnenuntergang mit Kap im Dunst
-Tanja
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Fazit: Nach dem letzten Bord-Dinner gleich alle in die Kojen !!! -???
Segel und Motor:
13.15 Uhr Motor an ; 13.45 Uhr Groß (Reff 2) ; Fock ; Motor aus ; 21.00 Uhr Groß, Fock geborgen; 21.30 Uhr Motor aus.
Interessante Ansteuerung
im Dunklen -4h
Freitag 03.04.98 Fahrtag 6 ; Reise von Frejus nach St. Tropez
Wetterbericht von: Aushang Frejus Süd-West 4-6, örtlich 7 Luft 15,4 C, Wasser 19 C
Metereologisches Tagebuch:
14.00 Uhr S 2 Beaufort
Ereignisse:
Anmerkung: Wetterbericht war falsch. Auf die Franzosen kann man sich auch nicht mehr verlassen! -???
Schwieriger Anleger in St Tropez. - ???
Letzter Anleger ??! Ja!
Im Herzen flackert´s im Bauch grummelt´s ... dann Abschiedsgefühle von der Crew und der "Lacota" - äh "Nimitz" kommen langsam auf. Außerdem höllisch Angst vor der gefürchteten Landkrankheit! -???
Stimmt -???
Habe am letzten Tag das Kommando an den neuen Skipper abgegeben. Gar nicht so einfach aufzupassen und sich doch nur zu verhalten wie ein Gast. Trinke jetzt auf dem Wasser erstmals zwei Bierchen, weil ich ja jetzt auch Crew bin! Sonst trinke ich fast nur an Land. Frei nach dem Motto: "Ein Skipper trinkt nicht ohne Grund." Der Neue hat es nicht einfach mit _meiner_ Crew. Die sind alle klasse und verzeihen keine Fehler, zumindest keine seglerischen Fehler. Harter Einstand für den Neuen. Vieles gefällt mir nicht, aber das liegt womöglich daran, daß jeder seinen eigenen Stil hat. Ich gehe unter Deck und starre doch nur auf das GPS. Jemand ruft nach dem Skipper. Ich springe automatisch auf. Versuche auf dem Vordeck zur Ruhe zu kommen. Äuge jedoch unter meinem Arm her mit den Gefahrentonnen. Wo will der Neue hin? Er geht platt vors Laken. Jemand steht im Baumbereich. Ich fluche, weil er nicht auf die Gefahr aufmerksam macht. Der Baum könnte beim kleinsten Fehler des Rudergängers übergehen ... ich hatte Carsten zurückgepfiffen. Er ist perfekt am Ruder. Mich interessiert aber, wie sich der Neue verhält, wenn die Crew auch mal Fehler macht. Ich entschließe mich, mal kurz auf die Toilette zu gehen. Panische Reaktion von Carmen: "Auf welche???!!!"
Mir fällt erstmals auf, welches Vertrauen die Crew zu mir gefaßt hat. Ich bin gerührt.
Fototermin mit der "Silver Bird". Meine (ex) Crew stellt sich ins Segel. -4h
Segel und Motor:
Erfahrungen:
Glücklich im Hafen gelandet ... zum Glück, ohne daß uns der gefürchtete "Lundi" erwischt hat. Dabei soll er doch alle sieben Tage kommen ... Welch ein Glück!! - Meike
Heut´ wird nicht gekocht sondern im "L´osso Bucco" diniert! -???
Die "Nimitz" liegt fest
an der Mooring vor der Capitanerie von St. Tropez. Es ist mit unverständlich,
wie ich auf den Gedanken gekommen bin, in der zweiten Woche die "Silver
Bird" anstelle der "Nimitz" zu nehmen. Die alte Rennziege ist zwar nicht
unbedingt handlich, aber dennoch ein wirklich tolles Schiff.
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Im Glanz der Abenddämmerung - ein besonderes Licht jetzt im Frühjahr- sieht sie fast malerisch aus -4h
etwa besser als die LACOTA
? -Carmen
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Die "Lacota" mit gelegtem Mast auf dem Trockendock!
51 Fuß in voller Schönheit. Auf dem Weg zum neuen Schiff. Wer sie von früher kennt wird sie nicht wiedererkennen!!! Gerd sei dank, gehört dieses Schiff jetzt den Fröschen! |
Samstag 04.04.98 "Fahrtag" 7 ; Reise von St. Tropez nach Port Grimaud
Crew verabschiedet. Anleger in Port Grimaud hat diesmal super funktioniert. Zuvor kleine Hafenrundfahrt durch Grimaud. Mein Chef stellt mir eine kleine Falle. Der Neue soll dort drehen wo plötzlich zwischen den Häusern die Düse steht. Ich soll das Manöver "kontrollieren". Er hält sich raus. Ich übernehme, als ich eine Abdrifft bemerke, das Ruder und mogel die "Nimitz" an den Mooringstricken vorbei. Aus Erfahrung "klug" geworden, kombiniere ich Schrauben und Fahrteffekt (s.o.), anders wäre ich nicht mehr rausgekommen. Dieses Port Grimaud hat wirklich etwas von Venedig. Hier lernt man mit nem Schiff umzugehen. Ich entschließe mich, das nächste Mal einen langen Stab mitzunehmen, wie es in Venedig üblich ist. Ich erinnere mich: Bei ersten Anleger in der engen Gasse bin ich über ne Mooring gestolpert. "Allon", der behauptet, der alte Eigner der "Nimitz" zu sein und der beruflich Überführungstörns macht, hat sich sogar schon beim Ableger verhäddert, als wir vor der zweiten Woche das Schiff von Port Grimaud nach Cogolon verholt haben. Das hat mich als "Freizeitskipper" dann doch rehabilitiert!
Ein alles in allem sehr erfreulicher Törn für alle Beteiligten!
ENDE LOGBUCH
Erinnerungen 2te. Woche
Silver Bird: "Wir kommen dann eine Stunde später in den Hafen!"
Nimitz: "Silver Bird, das habe ich meiner Crew auch schon gesagt! .-. ... halt wie immer!"
Silver Bird: " ... Naja!!!"
Nimitz: "... Komisch,
auch das habe ich meiner Crew gesagt."
Die Zeit an Land (under construction!)
Schraubeneffekt nur im Boot!
Drei Seiten Mängelliste einer Ente!
Fehlerhafte Befestigung der Sitze. Kann nicht sein, die Sitze können gar nicht fehlerhaft "befestigt" sein, ich habe sie doch nur reingestellt. Schadhafter Auspuff? Das was da ist, ist auch in Ordnung.
Lerne Italienisch mit radio
Vatikan!
Der vorherrschende und gefährlichste Wind ist der Mistral (nicht
der "Lundi", was wohl soviel heißt wie "Montag"). Mit diesem heftigen
Wind (Mistral) ist besonders in den Wintermonaten zu rechnen. Winter ist
begrifflich auch noch im März. Je weiter man sich dem Rhône-Tal
entfernt desto geringer ist der Einfluß des Mistrals. Das ganze Jahr
über ist mit vorherschenden Winden aus NW zu rechnen.